
Wer im Internet nach einem Darlehen sucht, stößt schnell auf zwei Begriffe, die oft fälschlicherweise als Synonyme verwendet werden: „Privatkredit“ und „Kredit von privaten Geldgebern“.
Obwohl beide ähnlich klingen, handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Finanzprodukte mit verschiedenen Regeln, Zinsen und Voraussetzungen. Wenn Sie den falschen Begriff suchen, landen Sie möglicherweise bei Angeboten, die gar nicht zu Ihrer Situation passen.
In diesem Artikel klären wir die Verwechslung auf und zeigen Ihnen, welche Option für Sie die richtige ist.
Begriffserklärung: Was ist was?
Um die Unterschiede zu verstehen, müssen wir zunächst die Definitionen im Finanzwesen klären.
1. Der klassische „Privatkredit“ (Bankkredit)
Wenn eine Bank (z. B. Sparkasse, Volksbank oder Online-Bank) einen „Privatkredit“ bewirbt, ist damit ein ganz normaler Ratenkredit zur privaten Verwendung gemeint.
- Geldgeber: Eine Bank.
- Kreditnehmer: Eine Privatperson.
- Merkmal: Der Kredit ist nicht zweckgebunden (wie z. B. ein Autokredit), sondern steht zur freien Verfügung.
2. Der „Kredit von privaten Geldgebern“ (P2P)
Hier kommt das Geld nicht von einer Bank, sondern von anderen Privatpersonen (Investoren). Dies geschieht meist über Vermittlungsplattformen.
Geldgeber: Private Anleger / Investoren.
Kreditnehmer: Eine Privatperson oder ein Selbstständiger.
Merkmal: Oft flexibler bei der Bonitätsprüfung als Banken.
Wie diese Plattformen genau funktionieren, erklären wir in unserem Hauptartikel: Was ist eine Plattform Private Geldgeber? Überblick, Funktionsweise und wichtige Grundlagen
Der direkte Vergleich
Hier sehen Sie die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick. Diese Tabelle hilft Ihnen zu entscheiden, welcher Weg für Sie realistisch ist.
| Merkmal | Klassischer Privatkredit (Bank) | Kredit von privaten Geldgebern |
| Wer verleiht das Geld? | Bankinstitut / Kreditinstitut | Private Investoren (via Plattform) |
| Schufa-Prüfung | Sehr streng (Ausschlusskriterium) | Vorhanden, aber flexibler |
| Zinsen | Meist niedriger (Bonitätsabhängig) | Tendenziell höher (Risikoaufschlag) |
| Zielgruppe | Angestellte mit festem Einkommen | Auch Selbstständige, Rentner, Studenten |
| Abwicklung | Filiale oder Online-Banking | Rein digital über Plattformen |
Welcher Kredit passt zu mir?
Die Wahl zwischen beiden Optionen hängt stark von Ihrer persönlichen und finanziellen Situation ab.
Wählen Sie den klassischen Bank-Privatkredit, wenn:
- Sie eine saubere Schufa haben.
- Sie in einem festen, ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen.
- Sie den niedrigstmöglichen Zinssatz suchen.
Wählen Sie den Kredit von privaten Geldgebern, wenn:
- Ihre Bank den Antrag abgelehnt hat.
- Sie selbstständig oder freiberuflich tätig sind und Banken Ihre Einkommensnachweise nicht akzeptieren.
- Sie kleinere Beträge sehr schnell und unbürokratisch benötigen.
- Sie bereit sind, für die höhere Annahmewahrscheinlichkeit etwas höhere Zinsen zu zahlen.
Suchen Sie nach seriösen Anbietern? Hier finden Sie Wege: Private Geldgeber finden: Welche Wege gibt es wirklich?
Fazit: Begriffe kennen, richtig suchen
Der Unterschied liegt in der Quelle des Geldes: Beim „Privatkredit“ ist die Bank der Chef, beim „Kredit von privaten Geldgebern“ entscheiden Menschen wie Sie und ich, ob sie Ihnen Geld leihen.
Wenn Sie aufgrund negativer Schufa-Einträge abgelehnt wurden, ist die Suche nach einem klassischen Privatkredit oft Zeitverschwendung. In diesem Fall ist der Weg über Plattformen für private Geldgeber die logische Alternative.

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