Kredit für Selbstständige: Warum private Geldgeber oft „Ja“ sagen

Kredit für Selbstständige
Kredit für Selbstständige

Die deutsche Wirtschaft wird von Selbstständigen und Freiberuflern getragen. Doch wer als Unternehmer zur Bank geht, erlebt oft eine böse Überraschung: Kreditantrag abgelehnt.

Während Angestellte mit einem festen Arbeitsvertrag oft binnen Minuten eine Zusage erhalten, müssen Selbstständige wochenlang warten – oft vergeblich. Warum tun sich Banken so schwer? Und warum sind private Geldgeber oder P2P-Plattformen oft die einzige Chance auf faire Finanzierung?

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie trotz schwankendem Einkommen an Kapital kommen und welche Unterlagen Sie wirklich brauchen.

Das Problem: Warum Banken „Nein“ sagen

Banken lieben Sicherheit und hassen Risiko. Ein Angestellter bekommt jeden Monat pünktlich sein Gehalt. Das ist für den Bankcomputer leicht zu berechnen.

Bei Selbstständigen sieht das anders aus:

  • Die Einnahmen schwanken von Monat zu Monat.
  • Es gibt kein garantiertes Einkommen in der Zukunft.
  • Krankheit oder Auftragsflaute können die Zahlungsfähigkeit gefährden.

Für viele klassische Banken passt das nicht in das starre Raster („Score-Karte“). Selbst wenn Sie gut verdienen, kann eine einzige schlechte BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) aus dem Vorjahr zur Ablehnung führen.

💡 Wichtig zu wissen

Private Geldgeber und spezialisierte Plattformen (wie Auxmoney) schauen oft weniger auf die Vergangenheit, sondern auf die Zukunft. Wenn Ihr Geschäftsmodell schlüssig ist und der Cashflow stimmt, haben Sie hier oft auch mit einer „mittelmäßigen“ Bonität gute Chancen.

Welche Unterlagen sind Pflicht?

Auch private Geldgeber verschenken kein Geld. Um Ihre Seriosität zu beweisen, sollten Sie Ihre „Hausaufgaben“ gemacht haben. Je besser Ihre Unterlagen aufbereitet sind, desto niedriger sind meist die Zinsen.

Diese Dokumente sollten Sie griffbereit haben:

  1. Jahresabschlüsse: Die Bilanzen oder Einnahmen-Überschuss-Rechnungen (EÜR) der letzten zwei Jahre.
  2. Aktuelle BWA: Eine Betriebswirtschaftliche Auswertung des laufenden Jahres (zeigt, wie es jetzt gerade läuft).
  3. Einkommensteuerbescheide: Der offizielle Beweis Ihres Gewinns.
  4. Kontoauszüge: Oft werden die Umsätze der letzten 3 Monate geprüft.

Vergleich: Bank vs. Private Geldgeber

Wo liegen die konkreten Unterschiede für Sie als Unternehmer? Hier ein direkter Vergleich:

MerkmalKlassische BankPrivate Geldgeber (P2P)
EntscheidungBasiert starr auf Vergangenheits-Daten (Bilanz).Flexibler, prüft oft das aktuelle Geschäftsmodell.
DauerOft Wochen bis zur Auszahlung.Oft innerhalb von 24-48 Stunden.
ZinsenMeist niedriger.Etwas höher (Risikoaufschlag).
VerwendungszweckOft zweckgebunden (Investition).Meist zur freien Verwendung (Liquidität).

3 Tipps für den erfolgreichen Kreditantrag

Damit es mit der Finanzierung klappt, beachten Sie diese Profi-Tipps:

  • Trennen Sie Privat und Geschäftlich: Ein sauberes Geschäftskonto ist Pflicht. Vermischte Ausgaben wirken unprofessionell.
  • Erklären Sie die Zahlen: War Ihr Gewinn letztes Jahr niedrig, weil Sie viel investiert haben? Schreiben Sie eine kurze Erklärung dazu. Ein privater Investor versteht das, ein Bank-Algorithmus nicht.
  • Schufa bereinigen: Prüfen Sie einmal im Jahr Ihre Schufa-Auskunft. Oft stehen dort veraltete oder falsche Einträge, die Ihren Score drücken.

Fazit: Flexibilität hat ihren Preis

Für Selbstständige sind Kredite von privaten Geldgebern oft die einzige Möglichkeit, schnell und unbürokratisch an Liquidität zu kommen. Zwar sind die Zinsen meist etwas höher als bei der Hausbank, dafür erhalten Sie das Geld oft auch dann, wenn der Bankberater abwinkt.

Vergleichen Sie die Angebote genau und nutzen Sie den Kredit als Hebel, um Ihr Geschäft weiterzuentwickeln.

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