Bargeld von privaten Geldgebern: Ist eine Barauszahlung möglich?

Bargeld von privaten Geldgebern
Bargeld von privaten Geldgebern

Viele Kreditsuchende wünschen sich eine Barauszahlung. Die Gründe sind vielfältig: Das Girokonto ist gepfändet, das Limit ist ausgeschöpft oder man möchte einfach Diskretion vor der Bank oder dem Ehepartner wahren.

Die Suche nach Kredit von Privat sofort Bargeld ist riesig. Doch ist das heute noch möglich? Die kurze Antwort: Im Internet fast nie. Wer online einen Kredit beantragt, bekommt das Geld fast immer per Überweisung. Eine „Geldübergabe im Koffer“ gibt es nur im Film – oder bei Betrügern.

Es gibt jedoch zwei legale Ausnahmen, um sofort an Bargeld zu kommen.

Warum Online-Plattformen kein Bargeld senden

Portale wie Auxmoney oder Smava vermitteln zwar Kredite von privaten Anlegern, aber die Abwicklung läuft hochprofessionell. Hier ist eine Barauszahlung (z. B. per Postanweisung) ausgeschlossen.

Der Grund ist das Geldwäschegesetz (GwG).

  • Um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern, müssen Zahlungsströme nachvollziehbar sein.
  • Eine Überweisung auf ein deutsches Girokonto, das auf Ihren Namen läuft, ist der sicherste Weg für den Anbieter, die Identität und den Geldfluss zu dokumentieren.

Vorsicht Betrug: Der „Kreditbote“

Im Internet finden Sie oft verlockende Angebote: „Wir schicken einen Boten vorbei, der Ihnen das Geld bar an der Haustür übergibt.“

Achtung: Das ist zu 99 % eine Betrugsmasche (Vorkosten-Betrug).

  • Der Trick: Die Betrüger verlangen vorab eine Gebühr für den Boten oder die „Bearbeitung“ (z. B. 100 € per Paysafecard oder Überweisung).
  • Das Ergebnis: Sie zahlen die Gebühr, aber der Bote kommt nie. Seriöse private Geldgeber versenden kein Bargeld per Kurier.

Die legale Alternative 1: Das Pfandleihhaus

Wenn Sie wirklich sofort Bargeld benötigen und keine Banküberweisung wollen, ist der Weg zum Pfandleiher die einzig seriöse Option für einen „Kredit von Privat“.

  • Das Prinzip: Sie hinterlegen einen Wertgegenstand (Schmuck, Elektronik, teure Uhr) als Sicherheit.
  • Der Vorteil: Sie bekommen sofort Bargeld auf die Hand. Es gibt keine Schufa-Prüfung und keinen Einkommensnachweis, da der Gegenstand als Sicherheit reicht.
  • Der Nachteil: Wenn Sie das Geld (plus Zinsen und Gebühren) nicht fristgerecht zurückzahlen, wird Ihr Gegenstand versteigert.
  • Online-Pfandhäuser: Es gibt mittlerweile Anbieter wie iPfand, aber auch hier erfolgt die Auszahlung meist per Überweisung, nicht bar.

Die legale Alternative 2: Familie & Freunde

Der einzige Bereich, in dem eine Barauszahlung ohne Sicherheiten üblich und legal ist, ist der private Freundeskreis. Wenn Ihnen ein Bekannter 1.000 € leiht und Ihnen die Scheine in die Hand drückt, ist das erlaubt.

Wichtig für Ihre Sicherheit: Auch bei Bargeld sollten Sie unbedingt eine Quittung unterschreiben.

  • Auf der Quittung muss stehen: „Betrag X als Darlehen erhalten“.
  • Ohne Quittung könnte der Geldgeber später behaupten, er hätte Ihnen das Geld nie gegeben – oder Sie könnten behaupten, es war ein Geschenk. Das führt zu Streit.

Fazit: Konto ist Pflicht

Die Frage „Ist eine Barauszahlung möglich?“ muss man differenziert beantworten:

  1. Im Internet (P2P): Nein. Ohne Girokonto gibt es keinen Kredit.
  2. Beim Pfandleiher: Ja. Das ist der klassische Weg für Bargeld gegen Sicherheit.
  3. Bei Betrügern: Sie versprechen es, liefern aber nicht.

Wenn Sie ein gepfändetes Konto (P-Konto) haben, ist eine Überweisung oft trotzdem möglich, solange Sie unter dem Freibetrag bleiben. Sprechen Sie hier offen mit Ihrer Bank, statt auf dubiose Bargeld-Angebote hereinzufallen.

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