
Wer nach einem privaten Kredit sucht, hat meist keine Zeit zu verlieren. Rechnungen müssen bezahlt werden, das Auto muss in die Werkstatt. Werbunganzeigen versprechen oft: „Geld sofort aufs Konto“ oder „Blitzkredit in 10 Minuten“.
Doch wie realistisch sind diese Versprechen bei privaten Geldgebern? Die Wahrheit ist: Ein seriöser Kreditprozess benötigt Zeit für Prüfung und Banktransfer. Wer Ihnen Bargeld innerhalb von einer Stunde verspricht (ohne Sie zu kennen), ist oft unseriös. Hier schlüsseln wir die echten Zeiten auf.
Der Zeitfaktor bei P2P-Plattformen (Auxmoney, Smava etc.)
Der häufigste Weg zum privaten Kredit führt über Online-Plattformen. Auch wenn hier private Anleger finanzieren, gibt es technische Prozesse.
Der typische Ablauf:
Registrierung & Anfrage (ca. 15 Min): Sie geben Ihre Daten ein. Der Computer prüft im Hintergrund sofort Ihre Bonität (Vorprüfung).
Finanzierungsphase (24h bis 5 Tage): Ihr Kreditprojekt wird den Anlegern vorgestellt.
- Gut: Bei guten Plattformen sind oft institutionelle Anleger dabei, die Projekte sofort vollfinanzieren („Sofortzusage„).
- Schlecht: Bei schwieriger Bonität müssen Sie warten, bis genügend Kleinanleger jeweils 50 € oder 100 € beisteuern. Das kann Tage dauern.
Identifizierung & Unterschrift (ca. 30 Min): Dank VideoIdent und digitaler Signatur (eSign) geht das heute von zu Hause aus. Der Postweg entfällt.
Auszahlung (1 Bankarbeitstag): Sobald der Kredit voll finanziert und der Vertrag unterschrieben ist, weist die Partnerbank das Geld an.
Realistisches Ergebnis: Rechnen Sie bei P2P-Plattformen mit 3 bis 5 Werktagen bis zum Geldeingang. In Idealfällen (Sofortzusage + VideoIdent am Vormittag) sind 48 Stunden möglich.
Das Märchen von der „Sofortauszahlung“
Vorsicht bei Begriffen wie „Blitzüberweisung“ im privaten Bereich.
Echte Blitzkredite (Minikredite): Anbieter wie Vexcash oder Cashper können Geld in 24 Stunden auszahlen. Das sind aber Kurzzeitkredite mit Banklizenz, keine privaten Geldgeber im klassischen Sinn.
Betrugsmasche: Wenn Ihnen jemand auf Facebook oder per E-Mail schreibt: „Überweise mir 50 € Gebühr, dann hast du den Kredit in 30 Minuten“ – das ist Betrug. Ein technischer Banktransfer zwischen zwei Privatpersonen dauert im SEPA-Raum in der Regel einen Arbeitstag.
Was verzögert die Auszahlung?
Oft liegt die Verzögerung nicht am Geldgeber, sondern am Antragsteller oder den Banken:
Wochenende & Feiertage: Banken arbeiten am Wochenende nicht. Eine Überweisung, die am Freitagmittag rausgeht, ist oft erst am Montag oder Dienstag auf Ihrem Konto.
Echtzeit-Überweisung (Instant Payment): Privatpersonen können Echtzeit-Überweisungen nutzen (kostet oft extra), aber Kreditplattformen nutzen meist den Standard-Weg.
Fehlende Unterlagen: Wenn der „Digitale Kontoblick“ nicht funktioniert und Sie Kontoauszüge als PDF hochladen müssen, muss ein Mensch diese prüfen. Das kostet Zeit.
Der schnellste Weg: Familie & Bekannte
Der einzige Kredit, der wirklich „sofort“ verfügbar sein kann (auch als Bargeld), ist der von Freunden oder Familie.
Hier entfallen Bonitätsprüfung und Ident-Verfahren.
Eine Barauszahlung ist hier legal und sofort möglich.
Dennoch gilt auch hier: Ein kurzer, schriftlicher Vertrag schützt vor Streit – auch wenn er in 5 Minuten auf einem Zettel notiert ist.
Fazit: Planen Sie Puffer ein
Verlassen Sie sich bei privaten Geldgebern im Internet nicht darauf, dass das Geld „heute noch“ kommt. Seriöse Prozesse brauchen Sicherheit.
- P2P-Plattformen: 2–5 Tage.
- Minikredite (Bank): 24 Stunden (oft gegen Aufpreis).
- Privat (Freunde): Sofort.
Wer Ihnen schneller Geld verspricht als das Bankensystem erlaubt, will Sie meist über den Tisch ziehen.

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