Was passiert, wenn ich den privaten Kredit nicht zurückzahlen kann?

Privaten Kredit nicht zurückzahlen
Privaten Kredit nicht zurückzahlen

Das Leben spielt oft anders als geplant. Jobverlust oder Krankheit können dazu führen, dass Sie einen aufgenommenen privaten Kredit nicht zurückzahlen können.

Viele Schuldner haben in dieser Situation Angst vor illegalen Methoden oder sofortiger Pfändung. Doch in Deutschland gilt auch für private Schulden ein streng geregelter Rechtsweg. Ein privater Gläubiger darf nicht einfach in Ihre Wohnung kommen und Wertgegenstände mitnehmen. Er muss sich an die Zivilprozessordnung (ZPO) halten.


Der rechtliche Ablauf: Vom Verzug zur Pfändung

Wenn Sie die Raten für Ihren privaten Kredit nicht mehr bedienen können, läuft der Prozess in der Regel in drei Stufen ab:

Verzug und Mahnung (Privatrecht)

Zunächst geraten Sie in Verzug. Der private Geldgeber wird Sie (hoffentlich schriftlich) mahnen und zur Zahlung auffordern.

  • Wichtig: Suchen Sie in dieser Phase sofort das Gespräch. Private Geldgeber sind oft kompromissbereiter als Banken und lassen sich eventuell auf eine Ratenpause (Stundung) ein.

Das Gerichtliche Mahnverfahren

Reagieren Sie nicht, kann der Gläubiger beim Amtsgericht einen Mahnbescheid beantragen.

  • Dies ist ein offizieller gelber Brief vom Gericht.

  • Wenn Sie diesem nicht widersprechen (und die Forderung berechtigt ist), erhält der Gläubiger einen sogenannten „Vollstreckungsbescheid“. Das ist der „Titel“, den er benötigt, um staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Zwangsvollstreckung (Gerichtsvollzieher)

Erst mit diesem Titel kann der Gläubiger den Gerichtsvollzieher beauftragen. Dieser prüft Ihre Vermögensverhältnisse (Vermögensauskunft) und kann theoretisch Lohn oder Konten pfänden – genau wie bei Schulden bei einer Bank.

Droht ein Schufa-Eintrag?

Das ist einer der größten Unterschiede zum Bankkredit.

  • Normalfall: Private Personen sind keine Vertragspartner der Schufa. Wenn Sie die Rate an Tante Erna oder einen privaten Investor zu spät zahlen, taucht das nicht automatisch in Ihrer Schufa auf.

  • Ausnahme: Wenn es zum oben genannten gerichtlichen Mahnverfahren kommt und Sie die eidesstattliche Versicherung (Vermögensauskunft) abgeben müssen, landet dieser Eintrag im öffentlichen Schuldnerverzeichnis. Da die Schufa dieses Verzeichnis ausliest, wird Ihre Bonität dann indirekt doch zerstört.


Strafrecht: Kann ich ins Gefängnis kommen?

Grundsätzlich gilt in Deutschland: Man kommt nicht ins Gefängnis, nur weil man arm ist oder Schulden hat. Zahlungsunfähigkeit ist keine Straftat.

Es gibt jedoch eine gefährliche Ausnahme: Der Eingehungsbetrug (§ 263 StGB).

  • Wenn Sie den Kredit aufgenommen haben, obwohl Sie schon zu diesem Zeitpunkt wussten, dass Sie ihn niemals zurückzahlen können (z. B. weil Sie schon insolvent waren), dann ist das Betrug.

  • In diesem Fall kann der private Geldgeber Sie anzeigen. Wenn es sich aber nur um eine spätere wirtschaftliche Verschlechterung handelt (z. B. Jobverlust nach Kreditaufnahme), haben Sie strafrechtlich nichts zu befürchten.

Der letzte Ausweg: Privatinsolvenz

Wenn die Schuldenlast – egal ob bei Banken oder privaten Geldgebern – zu hoch wird, bleibt der Weg in die Privatinsolvenz.

  • Private Kreditschulden sind „restschuldbefreiungsfähig“. Das bedeutet: Nach Ablauf der Wohlverhaltensphase (in der Regel 3 Jahre) werden Ihnen diese Schulden vom Staat erlassen.

  • Ausnahme: Schulden aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung (siehe Betrug oben) werden nicht erlassen.


Fazit: Kommunikation ist der Schlüssel

Wenn Sie merken, dass Sie zahlungsunfähig werden: Tauchen Sie nicht ab. Das Schweigen zwingt den privaten Geldgeber dazu, den Rechtsweg (Anwalt/Gericht) einzuschlagen, was für Sie nur teure Verfahrenskosten verursacht. Ein offenes Gespräch über eine Ratenkürzung ist fast immer der bessere Weg als der Gang zum Gerichtsvollzieher.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*