
Wer kurzfristig Geld benötigt und bei der Bank abgelehnt wurde, stellt sich oft die bange Frage: „Ist private Geldleihe überhaupt legal?“
Die klare und kurze Antwort lautet: Ja, private Geldleihe ist in Deutschland zu 100 % legal.
Das deutsche Recht, speziell das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), erlaubt es Privatpersonen ausdrücklich, Verträge miteinander zu schließen – dazu gehören auch Darlehensverträge (§ 488 BGB). Solange sich zwei Privatpersonen über die Summe, die Zinsen und die Rückzahlung einig sind, steht dem Geschäft nichts im Wege. Dennoch gibt es zwei wichtige rote Linien, die Sie kennen müssen: Wucherzinsen und gewerbsmäßiges Handeln ohne Lizenz.
Die gesetzlichen Grenzen: Wo hört die Legalität auf?
Obwohl das Verleihen von Geld grundsätzlich erlaubt ist, schützt der Gesetzgeber den Kreditnehmer vor Ausbeutung. Ein privater Kreditvertrag wird ungültig oder illegal, wenn er gegen diese Regeln verstößt:
Das Wucherverbot (§ 138 BGB)
Private Geldgeber dürfen Zinsen verlangen, aber nicht in beliebiger Höhe.
Die Regel: Wenn der verlangte Zinssatz das marktübliche Niveau um ca. das Doppelte übersteigt (sittenwidrig ist), greift der Wucher-Paragraf.
Die Konsequenz: Der Zins-Teil des Vertrags ist nichtig. Sie müssen dann oft nur die Kreditsumme plus den gesetzlichen Zins (derzeit sehr niedrig) zurückzahlen. Ein Zinssatz von beispielsweise 30 % p.a. wäre vor deutschen Gerichten höchstwahrscheinlich illegal.
Die Banklizenz-Pflicht (KWG)
Hier wird es für den Geldgeber gefährlich. Wer gewerbsmäßig und dauerhaft Kredite vergibt, betreibt ein Bankgeschäft.
Dafür ist in Deutschland eine Lizenz der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) nötig.
Leiht Ihnen ein reicher Onkel einmalig Geld, ist das privat. Vergibt jemand aber im Internet systematisch an Dutzende Fremde Kredite mit Gewinnabsicht, handelt er ohne Lizenz oft illegal. Für Sie als Kreditnehmer ist das meist straffrei, aber der Vertrag könnte rückabgewickelt werden.
Der Unterschied: „Privat“ vs. „P2P-Plattform“
Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, nutzen viele die Struktur von P2P-Plattformen (wie Auxmoney).
Der Trick: Hier leiht Ihnen zwar eine Privatperson das Geld, aber dazwischen steht eine offizielle Partnerbank (z. B. SWK Bank), die die Lizenz hat.
Dies ist der sicherste Weg, da hier alle Vorschriften zu Geldwäschegesetz (GwG) und Datenschutz eingehalten werden.
Unterschied zwischen Privatkredit und Kredit von privaten Geldgebern: Einfach erklärt
Müssen private Kredite schriftlich fixiert werden?
Nein, laut deutschem Gesetz sind Darlehensverträge formfrei. Das bedeutet, auch ein mündlicher Vertrag oder eine Einigung per WhatsApp („Ich leihe dir 500 €, morgen gibst du mir 510 € zurück“) ist rechtlich bindend.
Aber: Ohne schriftlichen Vertrag ist die Beweislage im Streitfall katastrophal. Seriöse private Geldgeber bestehen daher immer auf einem schriftlichen Vertrag, der Kreditsumme, Zins und Laufzeit festhält.
Fazit: Legal, aber Regeln beachten
Die private Geldleihe ist ein legitimes Instrument im deutschen Wirtschaftsrecht. Es ist keine Grauzone, sondern im BGB geregelt.
- Erlaubt: Geld leihen von Freunden, Familie oder Investoren gegen marktübliche Zinsen.
- Verboten: Wucherzinsen (Ausnutzung einer Notlage) und unerlaubte Bankgeschäfte ohne Lizenz.
Wenn Sie einen privaten Kredit aufnehmen, achten Sie darauf, dass der Zinssatz fair bleibt und halten Sie alles schriftlich fest. Dann haben Sie rechtlich nichts zu befürchten.

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